Freitag, 27. Februar 2009

Der Supergau - Asthma ????

Seit zwei Wochen ging beim Laufen nicht mehr viel. Dauernd schlapp, immer schnell außer Atem, Brustschmerzen...na ja, dachte ich, da bahnt sich jetzt bei mir auch langsam ein Infekt an. Mist, so kurz vorm Kandel-HM. Aber besser jetzt als wenige Tage vorher. Ich war noch optimistisch, dass es schnell rum ist.

Letzte Woche war dann schon nicht mehr viel zu machen, Husten, Atemnot, hoher Puls. Trotzdem hab ich Freitag noch den geplanten Zwei-Stunden-Lauf gemacht. Ich bin doch keine Memme...im Schneckentempo also unterwegs und dauernd nach Luft ringend, egal wie langsam ich war. Samstag und Sonntag Dienst.
Sonntag haben mich meine Kollegen angesprochen: warum hast Du eine so gestaute Halsvene? Gestaute Halsvene? Der Blick in den Spiegel bestätigte es: dick, blau, pulsierend. Das Gute: ich hatte für mein Alter echt verdammt wenig Falten im Gesicht, alles "weggestaut". Vorübergehend.

Ein Kollege der sich gut auskennt mit solchen Dingen hat mal gleich meinen Blutdruck gemessen. 180/95, Puls o.k. Himmel, und das mir, wo ich eigentlich Blutdruckmäßig eher scheintot bin.

Montag dann beim Arzt. Blutdruck mit 160/95 für meine Verhältnisse immer noch sehr hoch. Ich saß mit den Händen in den Hüften beim Arzt und hab versucht Luft zu bekommen. Da macht sich schon mal ein bißchen Panik breit.
Blut wurde abgenommen, EKG geschrieben, alles unauffällig. Als erste Maßnahme ein Asthma-Spray und die Überweisung zum Lungenfacharzt.

Lungenfunktionstest war okay, Lunge ist frei, Symptome sprechen für Asthma.
Jetzt muss ich täglich 4 mal mit einem "Peak Flow" mein "Luftflussvolumen" messen.

"Zur Diagnose und Therapieüberwachung dient auch der PEF-Wert (peak expiratory flow). Dies ist der Maximalwert des Luftflussvolumens (Durchfluss) beim Ausatmen. Er dient als Indikator für den freien Querschnitt in der Luftröhre beim Ausatmen. Dieser Wert sinkt meist schon vor einem Asthmaanfall. Er wird mit einem „Peak-Flow-Meter“ gemessen, welches in verschiedenen altersangepassten Bauformen erhältlich ist"

Nun, die Messungen der ersten drei Tage haben ergeben, dass ich laut Tabelle ca. 75-80 Jahre alt bin...kein Wunder also, dass mir Laufen gerade etwas schwerer fällt.

Tja, die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Nächste Woche gibts noch Herzsono, Allergietest und weitere spezielle Untersuchungen.

Das heißt auch: Ade Kandel....da hab ich seit Anfang des Jahres versucht mich trotz meiner vielen Dienste darauf vorzubereiten und jetzt ist erst mal Schluss. Etwas Sport darf ich machen, sagt der Doc, aber im "nicht anstrengenden Bereich". Der ist leider jetzt sehr früh erreicht - und ich bin echt enttäuscht!

Damit das alles ertragbar ist, hab ich das gemacht, was fast jeder Frau ein Stückchen Glück zurück gibt: ich war shoppen.



Ich hoffe natürlich weiter - vielleicht nicht mehr für Kandel, aber dass sich alles als vorübergehend herausstellt. Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Mittwoch, 18. Februar 2009

Oh, war das ein Tag heute

Gruselig wars heute, anders kann man das nicht nennen. Es war Fortbildung angesagt, Beginn 10 Uhr. Das war ja erst mal nicht schlecht. Für mich Morgenmuffel eine angenehme Zeit. Aber als ich heute morgen um 7:30 Uhr liebevoll geweckt wurde (Kaffee ist fertig.....!!)war mir trotzdem noch nicht nach aufstehen. Die Nacht ist immer zu kurz, immer.

Zählt aber alles nicht, also hab ich mich rechtzeitig zu meinem Arbeitgeber aufgemacht, vor der Fortbildung noch mal am Arbeitsplatz vorbeigeschaut, Kollegen moralisch gestärkt und in die Akademie geschlendert. Da gab es lecker belegte Brötchen, Kaffee, Tee und Erfrischungsgetränke. Okay, das hört sich eigentlich immer noch gut an, stimmt. Dann kam der erste Vortrag, der Referent ein Kölner Rechtsanwalt, dem bevorstehenden Karneval offensichtlich nicht abgeneigt. Das Thema mit "Delegation ärztlicher Tätigkeiten" formal trocken, aber von ihm locker vorgebracht.

Aber dann, der nächste Referent - hoch angepriesen als ganz besonders - war auch ganz besonders. Bereits nach fünf Minuten konnte ich nicht mal annähernd wiedergeben, um was es ging. Wenn ich nicht ab und zu ein paar Worte vom Overhead abgelesen hätte, könnte ich nicht mal das Thema benennen. Er sprach in Halbsätzen, stets unvollendet und leider ausgesprochen monoton. Irgendwann habe ich dann abgeschaltet und an angenehmere Dinge gedacht. Nach 45 Minuten war auch das rum und der Veranstalter (Leiter einer Pharma-Firma) wies darauf hin, dass wir nun 15 min Pause haben und dann sehr pünktlich der nächste Vortrag beginnt, da der dritte Referent sehr sehr pünktlich wieder weg muss. Nach der Pause - wir waren wirklich alle sehr pünktlich zurück - stellte sich heraus, dass der Referent nicht erschienen ist und der Veranstalter zauberte einen weiteren Referenten aus dem Hut.

Er erschien mir zunächst etwas leise und blutarm. War er wohl auch, aber sein Vortrag über Bipolare Störungen - fast immer in Anlehnung an berühmte Betroffene wie Kurt Cobain, V. van Gogh oder Amy Lee (Evanescence - Lithium)- die die Phasen ihrer Erkrankung in ihren Arbeiten oft eindrücklich demonstrierten - war doch richtig gut.


Sternennacht von Vincent van Gogh - offensichtlich in einer depressiven Phase entstanden.








Dann sollte die Mittagspause stattfinden, mit anschließendem zweistündigem Workshop - unterbrochen von Kaffee und Kuchen. Aber - oh Wunder - auch der Referent für den Workshop war nicht anwesend, so dass wir nach dem Mittagessen direkt zu Kaffee und Kuchen übergehen konnten. Oder den Rest des Tages nach Belieben verbringen durften. Ich entschied mich für "nach Belieben" und bin nach Hause gefahren. Dort habe ich direkt meine Laufschuhe angezogen und bin 50 min sehr langsam gelaufen. Sehr langsam aber unfreiwillig. "Schuld" war das erst knapp eine Stunde vorher eingenommene Mittagessen, bei dem ich mich nicht zurück gehalten habe. Das lag dann so schwer im Magen, dass ich mit permanenter Übelkeit zu kämpfen hatte. In Verbindung mit einem leichten Infekt war das genau richtig, um so richtig schlecht zu laufen.

Sag ich doch...es war gruselig!

Versöhnt hat mich dann der Tagesabschluss: ein Bier, ein Grappa und das 1:1 von Werder gegen Milan...

Montag, 16. Februar 2009

Mein Montag - oder: warum ich schwimmen geh!

Heute - Montag - hatte ich frei. Keinen Spätdienst, keine Bereitschaft, keine Nachtwache, nicht wirklich krank. Also kein Grund, nicht zum Schwimmtraining zu gehen. Das Sofa hat Hände und eine Stimme bekommen. Ich schwörs. Es hat versucht mich festzuhalten, hat laut gerufen, ich solle bleiben. Es hat mich damit gelockt, wie bequem es ist, wie weich, wie kuschelig. Und die Heizung hat mit eingestimmt: hier ist es warm, im Schwimmbad ist es kalt, das Wasser ist eisig.
Und: ich bin doch kein Eisbär!



Dennoch habe ich mich aufgemacht, hab den inneren Schweinehund überwunden und bin zum Schwimmtraining gefahren. Allein das "Schwimmtasche packen" kostet ja schon überwindig, all die Utensilien die man im Laufe der Zeit für`s Training ansammelt, dazu noch: Deo, Haarshampoo, Duschgel, Bodylotion, Creme für`s Gesicht, saubere Wäsche, Haarbürste...und und und. Männer brauchen nicht so viel, hab ich so den Verdacht. Dabei kann ich auf nichts von alledem verzichten.

Also, ich hatte dann alles, hab mich auf den Weg gemacht, bin im Schwimmbad angekommen. Dort war es erst mal warm - solange man angezogen ist. Aber dann - im Badeanzug - sieht das schon wieder anders aus und ich stand wie immer mit um den Körper geschlungene Arme am Beckenrand. Meine MitschwimmerInnen von Bahn 5 (Bahn 5 von 5.....) waren schon im Wasser. Ich streckte meinen Zeh rein und es bestätigten sich meine schlimmsten Befürchtungen: Eiswasser, es war pures Eiswasser. Noch etwas weniger, und man hätte im Hallenbad Schlittschuhlaufen können. Einmal mehr beneidete ich einige der Aktiven, die einen "Schwimmpulli" tragen. Ich weiß leider nicht, wie das richtig heißt, aber es ist ein kurz- oder langärmeliger Pulli, mit dem man ins Wasser geht. Am liebsten würde ich meine Wollsocken mit ins Wasser nehmen, dazu Schal, Mütze, Handschuhe - oder gleich für immer unter der heißen Dusche stehen bleiben. Ich bin dann doch noch ins Wasser geglitten...

Dann ging also das Schwimmprogramm los, und für mich, die ich nicht regelmäßig teilnehmen kann, ist das immer ganz schön anstrengend. Sogar auf Bahn 5 (von fünf..)

Ich hab mich also angestrengt, bin mit Flossen, Paddles und Pullbuoy durchs Eiswasser, hart gegen mich selbst.

Die berechtigte Frage lautet natürlich: warum mach ich das, wenn sich so viele Widerstände auftürmen?

1. Es ist verdammt gut für den Rücken
2. Es ist ziemlich vorteilhaft für die Figur
3. Ohne Coach am Beckenrand, würde ich nur in einem 40 °C heißen Wirlpool abhängen
4. und das ist wohl der Hauptgrund: es gibt anschließend immer vegetarischen Lamacun und Bier! Lecker!

Und deshalb verbringe ich meinen Montag - nach Möglichkeit - genau so.

Samstag, 14. Februar 2009

Vom Schnee darf man sich nicht blenden lassen

Okay, es hat ganz schön viel geschneit in den letzten Tagen. Alles weiß, im Schwarzwald liegt der Schnee zum Teil 1 1/2 Meter hoch. Der Königsstuhl macht den Alpen Konkurrenz, es sieht einfach alles nach Winter aus.

Aber ich bleibe dabei: es wird Frühling. Und zwar sehr bald. Heute z.B. war ich laufen, im Schnee. Aber dann kam die Sonne raus, und die war schon richtig warm, der Schnee schmolz und die Pflanzen reckten ihre Hälse ins Licht. Ich konnte meine Handschuhe ausziehen, und in meiner Wintertight wurde es mir zu warm.

Es gibt aber - neben allen anderen Vorboten - noch eine ganz sichere Bank dafür, dass es jetzt sehr bald mit dem Winter aus und vorbei ist. Ein ganz sicheres Zeichen, höchstens noch ein bis zwei Wochen und dann wirds deutlich wärmer: mein weißes Hermelinkaninchen Lotta fängt an, ihr Winterfell abzuwerfen. Ich mein, die ist doch nicht so blöd ihr Fell von Winter auf Sommer zu wechseln, wenn es richtig kalt bleibt. Und ganz sicher: sie verliert seit einigen Tagen jede Menge Haare.

Und deshalb behaupte ich weiter: der Frühling steht vor der Tür

Mittwoch, 4. Februar 2009

Nur noch vier Wochen!

Ich spüre es ganz genau, seit einigen Tagen. Zuerst war da nur so ein unbestimmtes Gefühl, ich konnte es nicht genau zuordnen. Es war etwas beunruhigend - aber auch aufregend. Ich wußte, da kommt etwas auf uns zu. Etwas schönes, warmes, leuchtendes, helles, buntes, wohlriechendes. Dann kam ich mittags mal nach Hause und endlich wußte ich was es ist.
Im Blumenbeet unserer Nachbarn wächst was frisches Grünes. Vielleicht Krokusse oder sowas. Da ich botanisch eine Niete bin, kann ich nur raten. Aber was ich dann endlich wußte: nur noch vier Wochen bis zum Frühlingsanfang. D.h. nicht mal mehr vier Wochen, denn Frühlingsanfang ist ja schon am 1.März.
Hey, ist das nicht einfach genial? Winter ade, jetzt wird es ruckzuck warm. Die kurzen Radhosen werden aus ihrem Winterversteck geholt, die Käseweißen Beine dürfen wieder ans Tageslicht. Frühstückskaffee gibts wieder auf der Terrasse, Mittagsschläfchen auf der Gartenbank und Frühlingsgefühle lösen die Winterdepris ab. Endlich....